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Der Oberheim OB-Xa hat zweifellos auch nach über 25 Jahren sein
musikalisches Potenzial nicht ver-loren. Er zwingt zu einer Rückbesin-nung auf elementare Synthesetech-niken unter Verzicht auf
umfassende Modulationsmöglichkeiten. Der Klang beeindruckt immer
wieder. Aus meiner Sicht einer der besten analogen Poly-Synths für
Flächen, Leads und ins-besondere bläserartige Pads mit mäch-tigem
Bass-Fundament. Eher nicht das richtige Hilfsmittel für resonantes
Metallgezirpe oder experimentelle Mo-dular-Sounds.
Aus technischer Sicht
schlagen nach über 25 Jahren Existenz typische
Al-terungserscheinungen durch, die ei-nen ernsthaften musikalischen Einsatz erschweren. Bei
anhaltenden Tuning-Problemen und mangelnder Stabilität ist mit einem
hohen Service-Aufwand zu rechnen, der erhebliche Kosten ver-ursachen
kann. Wer sein Gerät sicher über die
nächsten Jahre retten will, sollte zumindest die unersetzlichen Bestandteile
geeignet archivieren oder sonst Vorsorge treffen. |
Dazu
gehört aus meiner Sicht mindes-tens die Sicherung der Firmware
in den Eproms und eine Bevorratung ausge-wählter CEM-ICs.
Unersetzlich sind be-reits jetzt schon mechanisch beschä-digte Teile
wie Platinen oder Gehäu-seteile. Unproblematisch ist anderer-seits
z.B. die Tastatur, die man zwar nicht mehr als Original bekommen
kann, die aber durch ähnliche Typen ersetzbar ist.
Anzuraten ist auch die baldige Suche nach einem Midi-Kit, sofern
noch nicht vorhanden.
Also, machen wir uns nichts vor. Dies ist ein Top-Instrument, wenn
es denn stabil funktioniert. Ich habe in den letzten Jahren keinen
Xa gesehen, der noch im Originalzustand war und keine
Tuning-Probleme hatte. Wer be-reit ist, dies zu akzeptieren und die erforderlichen Schritte zu unterneh-men, wird mit einem
hervorragenden Instrument belohnt. |

Der Xa während einer Wartung, die
obere Lage Voicekarten ist
hochgeklappt, das gute Novatron 400SM wird zum Ständer degradiert.
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Wer sich zum Kauf eines Xa ent-schließt, sollte davon
ausgehen, dass Wartung und Reparaturen fast immer nötig sein
werden. Wenn man selbst nicht über die erforderlichen Kennt-nisse und
Fertigkeiten verfügt, kann so sehr schnell eine erhebliche Kosten-note
entstehen, die keinen Spaß an dem Xa aufkommen läst. Andererseits nützt
auch kein Instrument, das defekt ist oder nicht stabil funktioniert.
Hat man ein geeignetes Angebot ge-funden, muss eine eindeutige
Be-standsaufnahme hinsichtlich Voice-Karten und Speicherausbau erfolgen.
Weniger als 8 funktionierende Voice-Karten müssen zu einer deutlichen
Abwertung führen. Allein die auf den Karten enthaltenen
CEM-Bausteine würden als Ersatzteile ein kleines Ver-mögen verschlingen.
Mechanische Schäden, auch innen, sind KO-Kriterien. Last die Finger von
solchen Schrotthaufen. Das ist bestenfalls etwas für einen versierten
Techniker oder als Schlachtopfer ge-eignet. Gleiches gilt für Geräte, die
über Jahrzehnte ungenutzt im feuch-ten Keller gestanden haben. Auf jeden Fall lohnt sich auch eine Überprüfung der
Tastatur. Beschädigte Tasten oder Kontakte sind zwar nicht das Problem,
verursachen aber zusätzlich Aufwen-dungen.
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Klappernde oder
festklebende Tasten machen deutlich, dass auch die Key-Bushings
(Gummi-Puffer) ersetzt werden müssen.
Ein internes Midi-Interface, welches auch Controller-Daten übertragen
sollte, führt zu einer Wertsteigerung.
Der allgemeine Pflegezustand ist ein Kriterium, das persönlichen
Maßstäben unterliegt. Bei einem 25 Jahre alten Gerät darf man sicher
nicht zu kleinlich sein.
Sofern möglich, sollte eine persönliche Besichtigung und ein Test vor
dem Kauf stattfinden. Falls nicht, kann man den Verkäufer gezielt nach
Details fragen. Kommen dann keine klaren Antworten, kann ich nur zur
Vorsicht raten.
An dieser Stelle muss ich es einfach mal sagen :
Das pauschale
Ausschließen jeglicher Gewährleistung, wie es bei Internet-Auktionen ja
schon Standard ist, befreit den Verkäufer natürlich nicht von der
Pflicht, auf offenkundige oder bekannte Mängel hin zu weisen.
Viel Glück beim Einkauf. |

Voice-Boards des OB-Xa, hier bereits
überholt mit neuen
Trim-Pots, IC-Sockeln und Kondensatoren |