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Sample-Player mit Tonbändern, voll-polyfon,
Antrieb durch Elektromotor, groß und schwer, jeder kennt den Sound, kaum
einer das Instrument.
Der technische Ursprung des Mello-trons findet sich in den 40er Jahren und ist eng
verbunden mit dem Namen Harry Chamberlin, der erstmalig das Abspielen
von Tonbändern zur Erzeu-gung von Begleitklängen für die damals gängigen
Orgeln nutzte. 1966 wurde das Konzept durch die
Gebrüder Bradley in England auf eine technisch und kommerziell fundierte
Plattform gestellt. Mit dem Mellotron MK II und dem M300 entstanden
danach Tasten-instrumente, die vielfach in der dama-ligen Rock- und
Popmusik eingesetzt wurden. 1970 entstand das weiter entwickelte M400,
von dem bis 1977 etwa 2000 Stück gebaut wurden. |
Die
Instrumente wurden weltweit ver-trieben, insbesondere auch von E.M.I in
den USA. Etwa zu dieser Zeit kam es zum Konkurs des amerikanischen
Vertriebes aus anderen Gründen. Die Bradleys in England, vertreten durch
die Firma Streetly Electronics, setzten die Produktion und den Vertrieb
fort.
Es entstand allerdings die prekäre
Situation, dass der Name "Mello-tron" nicht mehr benutzt werden durfte.
Die Instrumente wurden dann baugleich unter dem Namen "Novatron"
vertrieben.
Unter diesem Namen wurde dann bis etwa 1987 das Novatron
400SM her-gestellt, eine verbesserte Version des M400. Es folgten noch
zwei weitere Modelle, die jedoch nur in geringer Stückzahl hergestellt
wurden und heute absolute Raritäten sind. |

Oberheim OB-Xa und Novatron 400SM
(hier ohne Frontverkleidung) |
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1987/88 kam dann das Aus für
Streetly, die Produktion wurde einge-stellt. Die amerikanischen
Hinterlas-senschaften von Mellotron wurden in-zwischen von David Kean aus
Kanada übernommen, der auch Support anbie-tet. Auch die Bradleys in
England bie-ten inzwischen wieder Ersatzteile an. Beide Stellen sind im
Internet ver-treten, dort finden sich auch umfas-sende Infos zur Historie.
Als wesent-licher Mangel wurde damals die Unzu-verlässigkeit und die
mangelnde Stabi-lität unter Live-Bedingungen ange-sehen. |
So ist
es nicht verwunderlich, dass sich die Musiker gierig auf die "neuen" Sampler
stürzten und die Trons aus dem aktuellen Musikgeschehen ver-schwanden.
Im Zuge der aktuellen Entwicklungen ist jedoch wieder "alte"
Musiktechnik gefragt und das Tron als Klangerzeuger in den
Blickpunkt geraten. Für viele Musiker ist der Tron-Sound ein
will-kommener Kontrast zu den hoch-präzisen Musikmaschinen dieser Tage.
Insofern auf den folgenden Seiten Infos, Fotos und einige persönliche
Subjektivitäten. |

Typenschild |
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Auch zu "meinem" Tron gibt
es eine kleine Story. Ende der 70er hatte ich Kontakte zu einer Band aus
dem Nachbarort, deren Keyboarder mich immer wieder mit seinem
Mellotron-Sound beeindruckte. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich genau
dieses Tron später selbst besitzen sollte.
Jahre später, die Band hatte ich schon vergessen, besuchte ich ein neu
eröffnetes "Orgel-Studio" in genau diesem Nachbarort. Neben den vielen
Heim-Orgeln fiel mein Blick sofort auf das große weiße Ungetüm.
Die Verhandlung mit dem Verkäufer war kurz, denn er war offensichtlich
froh, die riesige Kiste verkaufen zu können. Er erzählte mir noch, dass
er das Tron im Auftrag für eine aufgelöste Band verkaufe. Als ich dann
an der Rückwand den Schriftzug "Universe" sah, war mir klar, woher das
Gerät stammt. Aus heutiger Sicht war der Kaufpreis lächerlich,
aber das waren eben andere Zeiten. |
Ich selbst habe das Tron
dann aller-dings nie in meine musikalischen Aktivi-täten eingebaut. Als
ich dann Mitte der 80er mein Equipment verkaufte, habe ich das Tron aus
nicht mehr nachvollziehbaren Gründen behalten.
Im Jahr 2000, also etwa 15 Jahre später, habe ich mich dann wieder
erneut mit dieser Thematik befasst. Nach etwas Pflege und Wartung zeigte
sich mein Tron in einem recht guten Zustand.
Erst im Januar 2007 habe ich mein Tron dann im Internet
angeboten. Dies auch nur, um Finanzmittel für andere Dinge frei zu
machen.
Der erzielte Verkaufspreis und das internationale Interesse haben mich
beeindruckt. Käufer war ein netter Tron-Liebhaber aus der Schweiz, der
das Gerät sogar persönlich abgeholt hat. So fiel mir die Trennung
nicht ganz so schwer. |
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